25.11.2018, 19:55 Uhr

Rückblick: Erster Naturschutz-Einsatz auf der Wiese im Grundloch, Thielenbruch

Um heimischen Wiesenblumen und Kräutern eine neue Chance zu geben, wurde die brachliegende Wiese das erste Mal seit Jahren wieder gemäht.

Es wurde bemäht und geharkt, alle Altersklassen vertreten
Es wurde bemäht und geharkt, alle Altersklassen vertreten
© Silke Stumper
Bei wunderschönem Herbstwetter unter strahlend blauen Himmel hatten heute (Samstag 17.11.2018) zehn Ehrenamtler/Bufdis von BUND Köln und Bündnis Heideterrasse auf der Wiese hinter dem Grundloch am Thielenbruch die Weichen für einen guten Start in den Frühling gestellt: Mit Balkenmäher, Freischneidern, Astscheren und Harken haben wir nach mehreren Jahren Brache gut die Hälfte der 7000 m² bearbeitet, um den heimischen Gräsern und Blütenpflanzen, die nach und nach zum Beispiel von drüsigem Springkraut und Brombeere (im Randbereich) verdrängt worden sind, wieder eine Chance zu geben. Wir waren zwar mit der Mahd spät dran, aber erst musste der Pflegevertrag zwischen der Stadt Köln und dem BUND abgeschlossen sein.

Brotzeit - gehört auch dazu
Brotzeit - gehört auch dazu
© Silke Stumper
Künftig wird die Wiese extensiv bewirtschaftet, d.h. einmal, maximal zweimal pro Jahr gemäht. Bestenfalls wird eine Mahd durch die Beweidung von einer Wanderherde ersetzt. Aber das ist bislang nur eine Idee, und ob es Schafe, Ziegen, Rinder oder Esel sein würden, entsprechend ebenso offen. Bis dahin müssen Rehe den Job machen, doch die allein haben es bislang nicht geschafft, und Rothirsche gibt es leider nicht (mehr) im Thielenbruch. Wildschweine sind hier auf der Wiese auch willkommen mit ihrer Wühltätigkeit, aber als Mähmaschinen sind sie eher nicht qualifiziert. Also müssen bis dahin wir noch ein paar mal ran.

Im Randbereich wurde die Brombeeren zurück geschnitten
Im Randbereich wurde die Brombeeren zurück geschnitten
© Silke Stumper
Nun hoffen wir, dass die freigestellte Wiese nicht zum Hundeauslaufplatz wird. Denn wir möchten im nächsten Jahr das Heu verwerten und vor allen der Natur ungestörten Entwicklungsraum geben. Zu viel Hundekot macht die Heuernte unverwertbar, ein Problem auch woanders, z.B. in der Iddelsfelder Hardt, in der Nähe vom Tierheim Dellbrück. Und Bodenbrüter geben ihre Brut auf bei zu regelmäßiger Störung durch Zwei- und Vierbeiner. Aber mal schauen, wie sich alles bis zum nächsten Frühjahr entwickelt, und welche Wiesenvegetation sich über die nächsten Jahre wieder einstellt.

Silke im Einsatz am Balkenmäher, für Kornblume & Co.
Silke im Einsatz am Balkenmäher, für Kornblume & Co.
© Justus Siebert
Unsere Arbeit ist bei Passanten und Anwohnern auf sehr positive Resonanz gestoßen. Das Thema Artenvielfalt war vielen präsent. Ein Nachbar hat uns für unsere Maschinen seine Garage zur Verfügung gestellt, damit wir am Montag darauf (19.11.) ohne großen Aufwand direkt würden weiter loslegen können. Das war klasse!

Wer mehr wissen will oder gar mitmachen, kann sich gerne melden bei info@heideterrasse.net.

SST